German & English

Lalish Theaterlabor

Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur

"Wir wollen kein Theater
im herkömmlichen Sinn dieses Wortes machen,

sondern wir unternehmen eine Reise.

Diese Reise ist ein Prozess der Selbsterkenntnis,

der Selbstäußerung in einem feierlichen Akt“

Shamal Amin

Eigene Wege, Performance und Forschungsziele

„Der Weg unserer Laborarbeit führt zur Entdeckung einer neuen Verbindung aus Stimme, Bewegung und dem Leben als ganzes.  Die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben, zwischen den ästhetischen und alltäglichen Werturteilen, ist  ein entscheidender Faktor für alle unsere Forschungsprojekte “ Shamal Amin und Nigar Hasib

1

Nach ihren, von 1985 bis 1991 im Nahen Osten durchgeführten experimentellen Forschungsprojekten am „Kultur- Physischen Konzept" und der "Erforschung Performativer Kultur und ihrer Techniken", von 1992 bis 1999, in Europa, haben Shamal Amin und Nigar Hasib, zwei extraordinäre Künstler aus Kurdistan, 1998 in Wien das Lalish Theaterlabor gegründet, ein experimentelles Zentrum für Ritualforschung und interkulturelle Performancearbeit, um letztlich der Frage nach dem „Anwesenden Körper in Raum und Zeit“ und der „Quelle der Feierlichkeit" nachzugehen.

Im Juni 2000 eröffneten sie dann ihr eigenes Zentrum (Theaterraum), als einen Ort der Suche nach körperlich-rituellen Elementen, um einen energetischen Körper statt eines motorischen Körpers zu schaffen, und zur experimentellen Erforschung der „Feierlichkeit“ und des Ritualisierungsprozesses. Ein Ort, an dem sie mit ihrem Ensemble und Mitforschern, sowie mit Angehörigen verschiedener Kulturen, deren Fragestellungen in neuen Experimenten nachgehen können. Der eigene Theaterraum des Lalish Theaterlabors wurde mit finanzieller Unterstützung des Kulturamts der Stadt Wien umgebaut und renoviert. Von 2000-2003 widmete sich die Forschungsarbeit des Lalish Theaterlabors dem Konzept "Aufbruch zur Quelle der Feierlichkeit" und dem Prozess "Kreativ-Natur".
Impliziert in die Forschungsarbeit sind Fragen wie: "Wie entstehen ein ritueller Rahmen, der die Wahrnehmung der Zuschauer lenkt und eine körperliche Einheit, die einen ‚Anwesenden Körper in Raum und Zeit‘ schafft?", und auch die Entwicklung von Techniken, die Zugänge zu solchen Potentialen schaffen. Die rituellen, experimentellen Stimm- und Gesangstechniken und selbst komponierten Lieder dieser Phase, bildeten einen wesentlichen und zentralen Aspekt der Forschungsarbeit des Lalish Theaterlabors. Diese Stimm- und Gesangstechniken wurden im Bezug auf die jeweilige Forschungsarbeit verändert, bewegten sich aber stets in einem Rahmen grundlegender Prinzipien.

2

Von 2003 bis 2006, mit der neuentwickelten methodischen Arbeit „Stimmanthropologie“ von Shamal Amin unter der praktischen Leitung von Nigar Hasib, erweiterte das Lalish Theaterlabor seine experimentelle rituelle Performancearbeit mit dem Prozess „Lieder als Quelle“. Lieder werden hier zur Quelle des Rhythmus, der physischen Präsenz und zur Quelle der Handlung. Somit werden Lieder nicht nur gesungen, sondern getan. Shamal Amin nennt diesen Prozess „Lieder sichtbar machen“. Entscheidend für die Wichtigkeit der Stimme und des rituellen Gesangs in diesem Prozess ist, wie Nigar Hasib es bezeichnet: „...dass sich die Multidimensionalität des Raumes über das Hören von Stimmen, Tönen und Klängen vermittelt und sich so ein Raumgefühl und ein Raumbewusstsein bei allen Anwesenden entwickeln kann.“

3

Mit dem Forschungsprojekt 2006 - 2011 „no shadow“, und der Weitererforschung der „Lieder als Quelle“, widmet sich das Lalish Theaterlabor, in Performance, der heute weitgehend vergessenen archäologischen Suche nach der menschlichen Stimme, nach ihrer Wirkung und ihren individuellen und kulturellen Ursprung. Mit diesem Forschungsprojekt versuchen Nigar Hasib und Shamal Amin eine eigene mittelbare und künstlerische Sprache zu entdecken, die außerhalb des linguistischen Zeichensystems steht. Diese neue, nicht-linguistische Sprache besteht aus Silben, Klängen, Tönen und Lauten, deren Quellen aus verschiedenen Kulturen entspringen und die es dadurch auch ermöglichen, einen frischen Kommunikationsweg in Performancearbeit einzuschlagen. Shamal Amin nennt diese neue Arbeitsphase des Lalish Theaterlabors „Aufbruch zur abstrakten Feierlichkeit“:

 

„Wir schaffen einen fließenden Raum, in dem die Stimme und Lieder zu Lust werden. Die Stimme ist einer Handlung ähnlich, mit der man immer etwas Neues weiter entdecken kann.“ Diese neue, nicht-linguistische Sprache der Performancearbeit des Lalish Theaterlabors, unterscheidet sich deshalb grundlegend von den heutigen, sogenannten künstlerischen Sprachen des vorherrschenden Welttheaters, die sich konventionell mit Dingen, Gegenständen, Geschichten und Repräsentation auseinandersetzen.

4

Shamal Amin und Nigar Hasib versuchen immer einen leeren Raum zu schaffen, der durch Stimme und Bewegung erfüllt wird. Ein Raum, in dem die Umgebung zu einem „Überall und Nirgends“ – zu einem Ritualort wird und die Zeit sich in ein „Immer und Nie“ – in eine Ritualzeit verwandelt.

In den experimentellen rituellen Performancearbeiten des Lalish Theaterlabors werden Lieder und Stimme nicht zur Vertiefung von dramatischen Handlungen eingesetzt, oder um zwei Szenen miteinander zu montieren, oder um zu versuchen den Inhalt eines Liedes zu verkörpern. Es werden auch keine Lieder für bestimmte Anlässe oder zu passenden Situationen gesungen. „Lieder als Quelle“ im Lalish Theaterlabor überschreiten alle diese Grenzen und dekonstruieren solche Techniken.

Nigar Hasib beschreibt diesen Prozess: „Lieder schaffen unsere Handlungen aber unsere Handlungen interpretieren nicht lexikalisch unsere Lieder. Somit hat jedes Lied, jede Stimmaktion, in ihrer Art, eine präzise Bewegungspartitur für den Körper. Der Körper handelt unmittelbar mit dem ‚Leben der Töne’, und sein Tun bleibt nicht nur rein technisch, sondern wird organisch. Bei dieser Art zu Handeln wird der Körper nicht ein Teil der Stimme, und die Stimme nicht ein Teil des Körpers, sondern Stimme und Körper bilden eine Einheit, weil eben diese Einheit die Quelle der Äußerung ist.“

5

Auf diesem Weg konnte das Lalish Theaterlabor die Grundstruktur des westlichen Theaterkonzepts aufheben und sein eigenes Konzept entwickeln. Die Ablehnung der „Autorenschaft“ und die Dekonstruierung der Begriffe wie „Regisseur“, „Schauspieler“ und „Aufführung“ gelten als Übergang zur Entwicklung neuer Wege der Performancearbeit. Die Begrifflichkeiten des Lalish Theaterlabors wie „Teilnehmender Beobachter“, „Feiernde“, „Performative Treffen“, anstatt „Regisseur“, „Schauspieler“, „Aufführung“, sind keine linguistischen Wechselspiele, sondern mit der Arbeitsstruktur und dem Forschungsprozess eng verbundene Ausdrücke.

6

Performance und Forschungsprojekte des Lalish Theaterlabors
in Österreich, Gastspiele und Teilnahme an Internationale Festivals

1998 „Paradise Now Revised“ in Österreich, Deutschland, Großbritannien.1999 „Memory + Honig“ und „Lieder, Leiden, Rausch“ in Österreich, Schweiz, Frankreich, Großbritannien.2000 „…dass ich es mit dem Körper singe“ und „Karawane“ in Österreich, Deutschland. 2001 „Das Gilgamesh Epos /Also sprach Zarathustra, also spricht Gilgamesh“ und „Weizentanz“ in Österreich, Deutschland. 2002 „Sonnentanz“ in Österreich, Japan, Holland. 2003 „… wo Milch und Honig fließen“ in Österreich. 2004 „Land der Asche und Lieder“ in Österreich, Ägypten, Japan. 2005 Segmente von “the beginning of speech” in Polen, „The Beginning of Speech“ Version I und II in Österreich, Polen, Ägypten, Tunesien. 2006 “The Beginning of Speech” Version III in Österreich, Japan, Griechenland, Segmente von "no shadow" in Griechenland, Performance “no shadow I” in Österreich, "projekt: niederhof"  Phase 1-4 in Österreich. 2007 "no shadow II" in Österreich, Kosovo, Ukraine, "projekt: niederhof"  Phase 5-8 in Österreich,  "mythos" Entwicklung verschiedener Aktionen in Iran, "projekt: niederhof" Performance in der Natur in Österreich. 2008 "drei brücken" part I in Ukraine, part II in Iran, part III in Kosovo, part IV  in Österreich, Performance  "no shadow" last version in Ägypten. 2009 Segmente von "the beginning of speech" in Polen, "the song is back" iranische Version in Iran, "no shadow" last version in Polen, Bosnien Herzogovina, Bulgarien und Segmente von "no shadow" in Griechenland. 2010 Segmente von "no shadow" in Kurdistan. 2010 "no shadow" in Jordanien. 2011 "no shadow" in Österreich, Marokko. 2012 "no shadow" in Mazedonien. 2012 "monos" in Jordanien. 2012 "nomaden" in Österreich.2012 "no shadow" in Polen, Italien. 2013 "no shadow" in Österreich, Italien. 2013 "the garden of dreams" in Österreich, Italien, Deutschland.
 

7

Ziel des Lalish Theaterlabors ist ein transkultureller Austausch und die Schöpfung eines "Anwesenden Körpers in Raum und Zeit" durch die Erforschung der Körper- und Stimmtechniken nordmesopotamischer, ost- und südostanatolischer Performance-Kultur, sowie westlicher Performance-Kultur/Kunst, um neue Performancewege zu ermöglichen. Dabei handelt es sich aber nicht um die Suche nach einer bestimmten Identität des Individuums, sondern nach dessen verschiedenen Identitäten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ritualisierung der Kritik in dieser globalisierten Zeit und die Weiterentwicklung ritueller Grundelemente in der Performancearbeit. Dies nicht nur in bezug auf den Gebrauch dieser Elemente als Instrumente für den Kontakt und die Kommunikation, sondern als Versuch, das erstarrte Konzept und den maschinellen Rationalismus des Zentralismus zu überschreiten und zu dekonstruieren. 

8

Strategie der Kreistechniken als Energie Austausch

"Wir schaffen keinen heiligen Raum, wir wollen zusammen hier und jetzt feiern"

Shamal Amin

In Bezug auf diese Methode wird den Raum im Lalish Theaterlabor gestaltet, in dem alle Anwesenden sich befinden. Es gibt keine Trennlinien zwischen den Anwesenden (PerformerInnen und ZuschauerInnen), der ganze Raum ist Aktionsraum. Diese Raumausstattung betont, dass es kein Wir/Andere, kein Hier/Dort, Drinnen/Draußen gibt, sondern nur Wir im Hier und Jetzt, und so wird eine aktive Interaktion hervorgerufen. Ein Raum, der keine Geheimnisse bewahren kann, ihn kann keiner für sich allein beanspruchen. Jeder ist anwesend, hier wird nichts versteckt, alles geschieht vor den Augen der Zuschauer. Hier bleibt keiner ausgeschlossen. Anhand dieser Raumstruktur entwickelt sich auch andere Körperhaltungen und Geste, sowei andere Stimmtechniken und Töne bei den PerformerInnen, somit betrifft diese Kreisstartegie nicht nur die Anordnung des Publikums im Kreis, sondern auch die gesamte Performance und ihrer Techniken. Als wichtige Voraussetzung zum Übergang zu den Lalish Theaterlabor Projekten erweist sich die Kreistechnik als Strategie des Energieaustausches, des anwesenden Körpers in Raum und Zeit, und anderer Formen der Kommunikation.

9

Die Lalish Forschungsprojekte wurden in Kurdistan, Irak, Iran, Ägypten, Tunesien, Jordanien, Syrien, Österreich, Deutschland, Holland, England, Frankreich, Schweiz, Schweden, Dänemark, Polen, Griechenland, Kosovo, Ukraine, Bosnien Herzegowina, Bulgarien und Japan durchgeführt und von verschiedenen Institutionen, internationalen KünstlerInnen, TheaterwissenschaftlerInnen und EthnologInnen als ein neuer Weg zur Performancearbeit und zum experimentellen Ritualisierungsprozess betrachtet.

10

Jährliche eigene Forschungsprojekte in verschiedenen experimentellen performativen Treffen; „Interkulturelle Dialoge“ in der Form von internationalen Symposien, Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen; Offenes Labor und Workshops mit eigenen Arbeitsmethoden; „Feierliche Stimm- und Körperarbeit“, „Wege zur Ritualisierung“ und „Lieder als Quelle“, mit Demonstrationen von Arbeitstechniken; Fotoausstellung von Forschungsprojekten; künstlerischer und wissenschaftlicher Austausch und Kooperationen; jährliche Tourneen durch Europa, Nordafrika und Asien; Herausgeben einer „Lalish-Zeitschrift“ für Forschungsprojekte des Lalish Theaterlabors.

Künstlerischer Austausch mit: Parate Labor, Walter Pfaff/ Schweiz, Frankreich; Bakhtiar Khan Zadeh, Aserbaidschanisches National Theater/ Baku; Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richard/ Pontedera, Italien; Kazuo Ohno, Butoh Tanz/ Yokohama und Hosho- Noh Theater/ Tokio, Japan; Jerzy Grotowski Center/ Wroclaw, Polen; mit Künstlern und Theaterensembles aus Afrika und dem arabischen Raum; ein besonderer methodischer Austausch mit zahlreichen ausgewählten, internationalen Theatergruppen und Künstlern an der 14th Session of ISTA (International School of Theatre Anthropology) unter der Leitung von Eugenio Barba im Grotowski Center, im April 2005 in Wroclaw, Polen.

11

Die von Lalish Theaterlabor entwickelten Arbeitsmethoden „Rituelle Performancearbeit“ und „Lieder als Quelle“ und die darin angewandten Techniken konnten großes internationales Interesse auf sich ziehen. Offenes Labor, Workshop, Vorträge über eigene Methoden am Institut für Theater- Medien und Filmwissenschaft an der Univ. Wien/Österreich, Shinshu Universität in Matsumoto/Japan, Hochschule für Darstellende Kunst in Kairo/Ägypten, Kunst Fakultät in Prishtina/Kosova, Fakultät für Darstellende Kunst/Tehran Universität, Fakultät für Architektur und Theater/Azadi Universität, Soureh Universität für Theater, Fakultät für Theater und Film/Honar Universität/ in Iran.


------------------------------------------------------------------------------------------ 
Lalish Theaterlabor
Research Center of Theater and Performance-Culture

“We don’t want to make theatre in the usual sense
of the word, but we embark on a voyage.
And this voyage is a process of self-awareness
and of self-expression in a solemn act.”
Shamal Amin

Special Ways, Performances and Research Objectives

“The path of our laboratory work leads to the discovery of a new fusion of voice,
movement and life as a whole. The dissolution of the separation between art and life,
between aesthetics and common values, is a decisive factor in our research projects.”

Shamal Amin and Nigar Hasib

1

After the experimental research project “The Culture-Physical Concept”, which was conducted in various countries in the Near East from 1985 until 1991 and “Exploration of Performative Culture and its Techniques”, from 1992 until 1999 in Europe, Shamal Amin and Nigar Hasib, two extraordinary artists hailing from Kurdistan, founded the Lalish Theaterlabor” (“Lalish Theatre laboratory”) in Vienna, Austria. This experimental center for research in ritual and intercultural performance work ultimately serves to explore the “Present Body in Space and Time” and the “Source of Solemnity”.

In June of 2000 they opened their own center (“theatre-space”). A space to discover ritualistic body elements, in order to create an energetic body instead of a motorial one and to proceed with the experimental research of the processes of solemnity and ritualizing. A place where, together with their ensemble, their fellow researchers and members of a variety of different cultures, they could explore the many questions posed. The theatre-space of the Lalish Theaterlabor was rebuilt and renovated with the financial support of the
Kulturamt der Stadt Wien.

From 2002 until 2003 the Lalish Theaterlabor developed the concept “Setting-out for the Sources of Solemnity and the working process of “Creative-Nature”.  Inherent in these researches are questions like: “How can a ritual frame be developed to guide the spectators perceptions and how can a physical unity be put forth in order to create the ‘Present Body in Space and Time’ ?” In addition to that, techniques were developed, which created an access to such potentials. Essential and central aspects of the research of the Lalish Theaterlabor during that phase were the ritualistic, experimental vocal- and singing techniques and the originally composed songs. The vocal techniques, although always moving within a perimeter of basic principles, would necessarily change according to each specific part of the research.

2

From 2003 until 2006, based on Shamal Amin’s newly developed methodical work “Voice Anthropology” and under the direction of Nigar Hasib, the Lalish Theaterlabor expanded its experimental ritual performance work with the process “Songs as a Source”. Here songs become the source of rhythm, of physical presence and also the source of action. Thus songs are not only being sung, but they’re being done. Shamal Amin calls this process “Making songs visible”. Decisive for the importance of the voice and of ritual singing in this process is, as Nigar Hasib puts it: “…that the multidimensionality of the space is perceived through feeling and hearing the voices, tones and sounds, so that a feeling of space and spatial awareness can develop amongst those present.”

3 

With the research-project “no shadow” (2006-2011) and the continuing research “Songs as a Source”, the Lalish Theaterlabor dedicates itself, in performance, to today’s mostly forgotten archeological search for the human voice, its individual and cultural origin and its direct impact. Nigar Hasib and Shamal Amin seek to discover an original, intermediate and artistic language, outside of the conventional linguistic symbolism. This new, non-linguistic language consists of syllables, sounds, tones and possibly still other vocal expressions, stemming from various different cultures. All this leads to a new way of communication in performance.

Shamal Amin aptly named this new phase in the work of the Lalish Theaterlabor the “Awakening of the Abstract Solemnity”:
“We create a flowing space, wherein voices and songs turn into pleasure. The voice resembles an action which always allows one to discover something new".
This new, non-linguistic language in the performance work of the Lalish Theaterlabor therefore distinguishes itself fundamentally from today’s so-called artistic languages of world theatre, which primarily deal directly with representation, with things, subjects and stories.

4

Shamal Amin and Nigar Hasib always try to create an empty space, which then becomes filled with voice and movement. A space in which the surroundings turn into an “Everywhere and Nowhere“, into a ritual-space and time transforms itself into an “Always and Never”, into a ritual-time.
Songs and voices are not being employed to deepen a dramatic plot or to connect two scenes to one another, or to try to embody the theme of a song. Neither are songs performed for special occasions or to fit a given situation. The Lalish Theaterlabor’s “Songs as a Source” surpass all these limitations and deconstruct such techniques.
Nigar Hasib, describing this process:
“Songs create our actions, but our actions do not interpret our songs lexically. Therefore each song, each vocal action, prescribes its own precise movement-score for the body. The body deals directly with the “Life of the Sounds” and its acting becomes organic instead of purely technical. In this way of acting the body doesn’t become a part of the voice and the voice a part of the body, but they form a unity, because that unity is the original source of expression”.

5

In the above-described way, the Lalish Theaterlabor for itself was able to suspend the basic structure of a common western theatre concept and developed its own instead. The rejection of “Authorship” and the deconstruction of conceptions such as “Director”, “Actor/Actress”, “Show/Performance” serves as a transition to the development of new ways of performance work. The terminology of the Lalish Theaterlabor, such as “Participating Observer”, “Celebrants”, “Performative Gathering” as opposed to “Director”, “Actor”, “Show”, is not a linguistic interplay, but is in actual accordance with the structure of the theatre lab’s work and its research processes.

6

The aim of the Lalish Theaterlabor is a transcultural exchange and the creation of a “Present Body in Space and Time”, by exploring body- and voice techniques of East- and North-Anatolian performance culture, as well as western performance - culture and art, in order to allow for new ways of performing.
This however is not a search for one certain identity of the individual, but for all of its different identities. Another point of emphasis is the ritualizing of criticism in these globalized times and the further development of basic ritualistic elements in performance work. These elements are to be seen not only as instruments of contact and of communication, but also embody an attempt to deconstruct and surpass the rigid concepts of the mechanized rationalism of centralism.

7

The Lalish research projects were conducted in Kurdistan, Iraq, Iran, Egypt, Tunisia, Jordan, Syria, Austria, Germany, The Netherlands, England, Switzerland, Denmark, Poland, Greece, Ukraine, Kosovo, Bosnia Herzegovina, Bulgaria and Japan. Various renowned institutions, such as the International Theatre Institute, many artists of recognized international status, theatre scientists, ethnologists and anthropologists worldwide, consider this research a desired experimental ritualizing process, which has brought forth a new and original approach to performance work.

8

Annual research projects in various experimental performative meetings; “Intercultural Dialogues” in form of international symposiums; lecture series and podium discussions; Open Laboratory and workshops, teaching the particular methods of “Solemn Voice- and Bodywork”, “Ways to Ritualisation” and “Songs as a Source”, with lecture-demonstrations of techniques; photo exhibitions of research-projects; artistic and scientific exchanges and cooperation; annual tours through Europe, North Afrika and Asia; publishing of the research results in “Lalish Magazine”; artistic exchanges with Parate Labor, Walter Pfaff/Switzerland, France; Bakhtiar Khan Zadeh, Azerbaijan National Theatre/Baku; Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richard/Pontedera, Italy; Kazuo Ohno, Butoh Dance/Yokohama and Hosho Noh Theatre/Tokyo, Japan; Jerzy Grotowski Center/Wroclaw, Poland; with various artists and theatre ensembles from Africa, the Arabic Peninsula; a special methodic exchange with a number of chosen international theatre companies and artists at the 14th session of ISTA (International School of Theatre Anthropology) under the direction of Eugenio Barba, Grotowski Center, Wroclaw, Poland, April 2005.


9
The methods developed by the Lalish Theaterlabor, in its “Ritual Performance Work” and “Songs as a Source”, attracted enormous international interest. The same goes for the lectures of the theatre lab’s own methods at the Institute of Theatre, Media and Film Sciences at the University of Vienna/Austria, the Shinshu University of Masumoto/Japan, Cairo Academy of Performing Arts/Egypt, the faculty of Art in Prishtina/Kosova, Open Laboratory, Workshop and Lecture with students of: fine arts faculty/Tehran university, art and architecture faculty of Azad university, university Soureh, cinema-theatre faculty/Honar university/ Iran.

10

Performances and Research-projects of the Lalish Theaterlabor
in Austria, Tours and at international festivals

1998 Paradise Now Revised” in Austria, Germany, Great Britain. 1999 “Memory + Honey” and “Songs, Suffering, Ecstasy” in Austria, Switzerland, France, Great Britain. 2000 “...that I may sing it with the body” and “Caravan”, in Austria, Germany. 2001 “The Gilgamesh Epic/Thus Spoke Zarathustra, thus Speaks Gilgamesh” and “Wheat-Dance” in Austria, Germany. 2002 “Sundance” in Austria, the Netherlands, Japan. 2003 “Where Milk and Honey flow” in Austria. 2004 “Land of Ashes and Songs” in Austria, Egypt, Japan. 2005 Segments of “the beginning of speech” in Poland,  “The Beginning of Speech” Version I and II in Austria, Poland, Egypt, Tunisia. 2006The Beginning of Speech” Version III in Austria, Japan, Greece, Segments of "no shadow" in Greece.  “no shadow I” in Austria. "projekt: niederhof"  Phase 1-4 in Austria. 2007 "no shadow II" in Austria, Kosovo, Ukraine,  "projekt: niederhof"  phase 5-8 in Austria, "mythos" develop of different actions in Iran,  "projekt: niederhof" performance in the nature in Austria. 2008 "three brideges" part I in Ukraine, part II in Iran, part III in Kosovo, part IV  in Austria, "no shadow" last version in Egypt. 2009 Segments of "the beginning of speech" in Poland, "the song is back" iranian Version in Iran,  "no shadow" last version in Poland, Bosnia Herzogovina, Bulgaria and Segments of "no shadow" in Greece. 2010 Segments of "no shadow" in Kurdistan, Performance "no shadow" in Jordan. 2011 "no shadow" in Austria and Morocco. 2012 "no shadow" in Mazedonia. 2012 "monos" in Jordan. 2012 "nomaden" in Austria. 2012 "no shadow" in Polen, Italy. 2013 "no shadow" in Austria, Italy. 2013 "the garden of dreams" in Austria, Italy, Germany.